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Montgomery kritisiert Tötungsmaschine
Unerträgliche Selbstinszenierung
(28.3.2008)

Anlässlich der für heute angekündigten Pressekonferenz von Dr. Roger Kusch übt Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg, heftige Kritik am ehemaligen Justizsenator: „Es ist unerträglich, wie dieser Mann die Ängste der Menschen vor dem Tod missbraucht, um sich selbst zu inszenieren.“ Zu dem von Kusch weiterentwickelten Apparat, mit dem sich Menschen selbst töten können, sagt Montgomery: „Wir brauchen keine Tötungsmaschine, sondern eine Sterbebegleitung und palliativmedizinische Betreuung, die den Menschen am Ende ihres Lebens Schmerzen und Ängste nimmt.“

Das oberste Gericht der USA hat Hinrichtungen nach Kusch’s Methode gerade wegen Unmenschlichkeit gestoppt. Die Tatsache, dass Kusch dieses Verfahren jetzt propagiert, zeigt seine Skrupellosigkeit. Um seiner Publicity wegen verkauft er sein unmenschliches Tötungsverfahren als „Akt christlicher Nächstenliebe“. Ginge es ihm wirklich um eine Verbesserung der Lage Sterbender und um ein erträgliches Sterben, würde er sich für Palliativmedizin und Hospize einsetzen, statt mit primitiven Pumpen herumzuspielen und sie zu „Tötungsautomaten“ hochzustilisieren.

Die Ärzteschaft lehnt Tötungs- und Selbsttötungsphantasien à la Kusch ab. Sie tritt für humane Sterbebegleitung, ärztliche und spi-rituelle Betreuung und ein würdiges Sterben ein. Montgomery fordert eine breite gesellschaftliche Debatte über den Tod: „Lassen Sie uns nicht nur über den kurzen Moment des Sterbens sprechen, sondern über den Weg dahin. Lassen Sie uns darüber nachdenken, wie sich Strukturen schaffen lassen, die es jedem Menschen ermöglichen, so zu sterben, wie er es sich wünscht und es zu seiner Situation passt. Ob in einer Palliativstation, im Kran-kenhaus, in einem Hospiz oder zu Hause mit Hilfe eines ambulan-ten Pflegedienstes. Begleitet von Menschen und nicht auf Knopf-druck durch eine Maschine.“

Die Ärzte erlebten immer wieder, dass schwer kranke Patienten von ihrem Wunsch zu sterben abkämen, wenn sie sich geborgen und gut versorgt fühlten. „Der Ausbau palliativmedizinischer Angebote ist deshalb ein wichtiger Schritt“, so Montgomery.

Pressestelle der Ärztekammer Hamburg
Telefon: 040/ 22 802 -434/-726
verantwortlich: Dorthe Kieckbusch


(28.3.2008)
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