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Debatte über Krankenhauskapazitäten
Alle (Halb)Jahre wieder
(5.8.2003)

Der Vize-Präsident der Ärztekammer Hamburg, Dr. Klaus-Otto Allmeling, protestiert gegen die vom Angestellten- und Ersatzkassenverbände (VdAK) festgestellten Überkapazitäten an Hamburger Krankenhäusern. „Die Forderungen des VdAK sind absurd und dienen dazu, den Buhmann in Richtung Leistungserbringer zu schieben“, kritisiert Allmeling den Vorstoß. „Ein- bis zweimal im Jahr geht der Verband mit solchen Vorwürfen an die Presse. Mal sind es zu viele Ärzte, mal Überkapazitäten in den Krankenhäusern. Vielleicht will der VdAK nur von der gestrigen Meldung ablenken, dass die Verwaltungskosten der Krankenkassen erneut gestiegen sind“, mutmaßt Allmeling.

Die meisten der Hamburger Kliniken seien seit Jahren dabei, Kapazitäten abzubauen und müssten zudem einen Systemwechsel auf die diagnosebezogenen Fallpauschalen bewältigen. Das bringe für die Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal und die Verwaltung enorme Extra-Belastungen mit sich, so Allmeling. Das Argument, erst 2007 würde mit den DRGs wirklich abgerechnet, lässt er nicht gelten, denn: Wer die dicken Wälzer, in denen die etwa 60.000 üblicherweise vorkommenden Behandlungen zu 661 Diagnosegruppen zusammengefasst werden, weiß, dass diese Umstellung nicht über Nacht zu bewältigen ist.“

In den Hamburger Kliniken hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. So wurde beispielsweise die Bettenanzahl in den Krankenhäusern gesenkt. Gab es 1993 noch 15.021 Betten, waren es 2001 nur noch 12.732 – bei steigenden Fallzahlen. Zwar ist die Verweildauer in der Hansestadt im Vergleich zu anderen Bundesländern - mit 10, 3 Tagen zu 9,8 im Schnitt für 2001 - minimal höher. Hintergrund hierfür: die Metropolfunktion der Hansestadt - ein knappes Drittel der in Hamburg behandelten Patienten kommt aus anderen Bundesländern. Der Vize-Präsident erinnert zudem an die Nullrunde in diesem Jahr, die wegen der vereinbarten Tariferhöhungen zur Minusrunde wird und nur durch Einsparungen kompensiert werden kann. Selbst wenn sich ein Krankenhaus für das Optionsmodell entschieden hat und somit schon jetzt die Fallpauschalen einführt, kann mit 0,81 Prozent plus von einer „Steigerungsrate“ keine Rede sein. „All diese Maßnahmen sind auch in den einzelnen Abteilungen der Kliniken spürbar geworden. Dennoch sorgen Ärztinnen und Ärzte alltäglich dafür, dass die medizinische Betreuung der Patienten darunter nicht leidet. Für viele im Krankenhaus Beschäftigte sind die Belastungsgrenzen bereits erreicht. Da kann man nur hoffen, dass die Forderungen des Ersatzkassenverbandes verpuffen werden“, meint Allmeling.


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Pressestelle der Ärztekammer Hamburg
Tel.: 040/22 802 -434/-726
verantwortlich: Dorthe Kieckbusch



(5.8.2003)
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